Ich möchte hier den Text veröffentlichen, den Christoph für Esther in der Trauerhalle vorgelesen hat:
Von den Spuren der Liebe, die den Tod überdauert
Es gab eine Zeit, in der der Tod ganz traurig über die Welt wanderte. Niemand wollte etwas von ihm wissen, die Menschen hatten Angst vor ihm. Sie hatten ihn aus ihrem Leben verbannt, und wenn er sich ankündigte, versuchten sie, ihn mit allen Mitteln zu vertreiben.
Einsam und verlassen kauerte er sich in eine Ecke. Plötzlich vernahm er eine gar liebliche Stimme:
„Warum bist Du so verzweifelt? Was ist mit Dir?“
Vorsichtig hob er das Gesicht und sah ein lichtes Antlitz.
„Die Menschen achten mich nicht. Sie haben Furcht und manchmal sogar Angst vor mir!“
Das schöne Wesen setzte sich neben ihn und nahm seine Hand:
„Verzweifle nicht! Lass uns von nun an gemeinsam durch die Welt gehen!“
„Wer bist Du denn ?“, fragte der Tod verwundert.
„Ich bin die Liebe“, sagte die Liebe. „Ich schenke den Menschen das Wissen um die Schönheit des Lebens und Du, Du schenkst ihnen das Wissen um die Kostbarkeit des Lebens.“
Der Tod war zutiefst gerührt: „Liebe, Du bist die Einzige, die sich mir zugeneigt hat, und ich möchte Dir dies vergelten. Sieh, ich bin der Tod, aber Dich, Dich werde ich niemals holen!“
Und so gehen der Tod und die Liebe gemeinsam durch die Welt der Menschen und die Liebe überdauert den Tod