Coco - lebendiger als das Leben
Schwesterchen,
ich habe so einen schönen Disney-Film gesehen. Der hätte dir auch gefallen.
Eine (kleine) Stadt in México. Eine mexikanische Großfamilie inklusive Uroma (Coco) und Urenkel (Miguel). Die Familie hat Musik komplett aus ihrem Leben ausgeschlossen, weil Cocos Vater, also Miguels Ururopa die Familie verlassen hat, um mit seiner Musik herumzureisen. Miguel liebt die Musik. Er hat ein großes Vorbild und möchte diesem gegen den Willen seiner Familie in einem Musikwettbeweb nacheifern. Dazu braucht er eine Gitarre, seine Oma hat seine selbst gebastelte aus Wut auf die Musik kaputt gemacht. Die Gitarrenstege sind aus Nägeln.
In México gibt es ein großes fröhliches Fest - ähnlich wie unser Karneval. Die de muertas - also Tag der Toten. Da kommt die ganze Familie, also auch die geliebten Verstorbenen, zusammen. Die Fotos der Verstorbenen werden mit Blumen dekoriert. Wie bei jedem großen Fest gibt es viel zu essen und zu trinken. Für die Lebenden und die Toten.
Auf einem der aufgestellten Fotos fehlt eine Ecke. Es ist ein Familienfoto. Coco ist da noch ein Baby. Auf den Armen ihrer Mutter. Wer ihr Vater ist (fehlende Ecke) ist nicht zu erkennen.
Miguel erkennt auf diesem Familienfoto die Gitarre seines Idols und geht davon aus, dass es sich um seinen Ururgroßvater handelt. Als er für den Musikwettbeweb diese Gitarre leihen will, gerät er in das Reich der Toten. Wegen des Feiertags stehen diese alle an Registrierungsschaltern. Nur die, von denen ein Bild in der Menschenwelt aufgestellt ist, dürfen passieren, um über eine Brücke aus Blütenblättern zu ihrer Familie zurückzukehren und gemeinsam zu feiern.
Auch in dieser Welt kann man sterben. Ein zweites Mal. Wenn man vergessen wird. Wenn sich niemand mehr erinnert.
Der Weg für Miguel wird schwierig. Er trifft auf seine (verstorbene) Familie. Seine Ururgroßmutter will ihn aber nur mit ihrem Segen in die Menschenwelt zurückbringen, wenn er auf die Musik verzichtet.
Hase, das hat er natürlich nicht akzeptiert.
Also macht er sich auf die Suche nach seinem Idol, von dem er ja annimmt, dass er sein Ururgroßvater ist. Mit viel Mühe und Unterstützung von Hector trifft er tatsächlich sein Idol. Der stellt sich allerdings als ein richtiges Arschloch heraus. Er will Miguel noch mehr in die Menschenwelt zurückbringen, aus Angst, dass Miguel seinen ganzen Ruhm zunichte macht.
Miguel hat nämlich herausgefunden, dass sein Idol gar nicht sein Ururgroßvater ist - sondern Hector. Dieser droht ein zweites Mal zu sterben, weil er in der Menschenwelt vergessen wird. Er konnte nie am Tag der Toten zu seiner Familie zurückkehren. Für ihn wurde nie ein Foto aufgestellt, weil er seine Familie wegen der Musik - gemeinsam mit Miguels Idol - verlassen hat. Und so konnte er nie seine Tochter (Coco) wiedersehen. Coco ist Miguels Urgroßmutter und wird bald sterben. Und so stirbt mit der letzten Erinnerung auch Hector - ein zweites Mal. Und wird seine Tochter nie wieder treffen.
Eigentlich wollte Hector Miguels Idol verlassen, um zu seiner Familie zurückzukehren. Er hatte alle Texte für die Musik geschrieben, die Miguels Idol bekannt gemacht hat. Deshalb hat Miguels Idol ihn vergiftet. So ein Kotzbrocken.
Hector hat auch ein Lied für Coco geschrieben. „Denk an mich“.
Als Miguel zurück in der Menschenwelt ist (egal wie das passiert ist, dafür müsstest du dir den Film ansehen) singt er dieses Lied seiner Urgroßmutter Coco vor.
Die alte Frau war bereits komplett in sich eingeschlossen. Aber sie erinnert sich. Und hat noch die fehlende Ecke des Familienfotos. Es wird komplettiert und aufgestellt.
…
Deshalb überlebt Hector - als Toter - lange genug um seine Tochter im Land der Toten wieder zu treffen.
Das Niedliche ist, sie sind auch als Tote so alt, wie sie waren, als sie gestorben sind. Also Hector in jungen Jahren (vergiftet), seine Frau (ein paar Jahre älter), sie hat ja noch die gemeinsame Tochter aufgezogen, halten ihre Tochter an der Hand. Die uralte, faltige Frau, die ein hohes Alter in der Menschenwelt erreicht hat.
Weißt du, Schatzi, wir machen das einfach auch so. Ein Tag. Denken an alle die gestorben sind. So wie du.
Und dann sagen wir einfach: alle Gläser huh! Denken daran, dass du an diesem Tag zu uns kommst und bei uns bist. Und du bringst die ganze Familie mit. Lette, Uri, Peter, Mutsch, Onkel Max, Winski und Onkel, Arno…
Ist Lara auch bei dir?
Die Blütenblätterbrücke im Film sah ganz ähnlich aus wie ein Regenbogen. 🌈
Schwesterchen, ich lieb dich.